Wie die Beschichtung wirkt
Zwei Zeichnungen beantworten die Frage. Die erste zeigt, was an der Wand passiert, die zweite, warum es passiert. Beide nennen zu jeder Zahl Verfahren, Randbedingung und Belegstatus.
Die Aussage ist nicht „wärmer“, sondern „aus dem Schimmelkriterium heraus“.
Entscheidend für einen Bestandsbau ist nicht der Wohlfühlwert, sondern die Temperatur der raumseitigen Oberfläche. Liegt sie unter dem Schimmelkriterium nach DIN 4108-2, wächst Schimmel — unabhängig davon, wie gut geheizt wird. Der Schnitt zeigt beide Fälle an derselben Wand.
Oberflächentemperaturen 13,0 °C und 19,7 °C: Feldmessung - Mehrfamilienhaus in Betonskelettbauweise, Randbedingung aussen -5 °C / innen 21 °C / 60 % r.F.; Messprotokoll mit Datum und Objektkennung liegt der Redaktion noch nicht vor und ist nachzureichen. Kein Prüfbericht einer akkreditierten Prüfstelle.
Taupunkt 12,9 °C und Schimmelkriterium 13,2 °C: Rechenwert nach Norm - Taupunkt nach Magnus-Formel für 21 °C und 60 % r.F., Schimmelkriterium nach DIN 4108-2 mit f_Rsi = 0,70 bei -5 °C aussen und 21 °C innen.
Alle übrigen Temperaturen im Bauteil (−2,5 / −1,6 / 12,1 °C ohne, −4,6 / −4,5 / −2,2 / −2,1 °C mit Beschichtung): Rechenwerte, aus den beiden gemessenen Oberflächentemperaturen mit R_si = 0,13, R_se = 0,04 und 0,015 m²K/W je Putzschicht zurückgerechnet. An diesen Stellen wurde nicht gemessen.
Die gemessene Differenz ist dabei vollständig der Beschichtungsebene zugeordnet - eine Modellannahme, kein Materialkennwert. Daraus folgt rechnerisch eine kältere Putzfläche hinter der Beschichtung (−2,1 statt 13,0 °C); Tauwasser im Querschnitt ist gesondert nach DIN 4108-3 zu beurteilen und wird von dieser Zeichnung nicht beantwortet.
Massstab: Putz- und Mauerwerksschichten sind untereinander massstäblich gezeichnet (1,5 Einheiten je mm). Nur die Beschichtungsdicke von 0,5 mm ist überhöht dargestellt, damit die Schicht sichtbar bleibt.
Werte als Tabelle
| Position | Temperatur ohne Beschichtung | Temperatur mit Beschichtung | Referenzwert | Belegstatus |
|---|---|---|---|---|
| Aussenluft | −5,0 °C | −5,0 °C | kein Grenzwert (gesetzte Randbedingung) | Gesetzte Randbedingung, keine Messung. |
| Aussenoberfläche (Aussenputz) | −2,5 °C | −4,6 °C | kein Grenzwert | Rechenwert – aus den beiden gemessenen Oberflächentemperaturen über die Schichtwiderstände zurückgerechnet. Keine Messung an dieser Stelle. |
| Übergang Aussenputz / Mauerwerk | −1,6 °C | −4,5 °C | kein Grenzwert | Rechenwert – aus den beiden gemessenen Oberflächentemperaturen über die Schichtwiderstände zurückgerechnet. Keine Messung an dieser Stelle. |
| Übergang Mauerwerk / Innenputz | 12,1 °C | −2,2 °C | kein Grenzwert | Rechenwert – aus den beiden gemessenen Oberflächentemperaturen über die Schichtwiderstände zurückgerechnet. Keine Messung an dieser Stelle. |
| Raumseitige Putzfläche (unter der Beschichtung) | 13,0 °C (= Innenoberfläche, keine Beschichtung vorhanden) | −2,1 °C | kein Grenzwert; Tauwasser im Querschnitt gesondert nach DIN 4108-3 zu prüfen | Rechenwert – Folge der Modellannahme, dass die gesamte gemessene Differenz der Beschichtungsebene zugeordnet wird. Keine Messung an dieser Stelle. |
| Innenoberfläche (raumseitig) | 13,0 °C | 19,7 °C | Taupunkt 12,9 °C / Schimmelkriterium 13,2 °C | Feldmessung der Oberflächentemperatur – Messprotokoll, Messdatum und Objektkennung liegen nicht vor, der Beleg ist offen. Grenzwerte: Rechenwert nach Norm. |
| Innenluft | 21,0 °C | 21,0 °C | kein Grenzwert (gesetzte Randbedingung) | Gesetzte Randbedingung, keine Messung. |
Der Wirkmechanismus: Strahlung statt Dicke
Eine 0,5 mm starke Schicht kann über ihre Dicke keine nennenswerte Dämmwirkung aufbauen. Die Wirkung läuft über den Emissionsgrad: eine Oberfläche, die weniger Wärme abstrahlt, bleibt wärmer. Das ist derselbe Low-E-Effekt wie bei einer beschichteten Isolierglasscheibe.
Werte als Tabelle
| Oberfläche | Emissionsgrad | relative Abstrahlung | Belegstatus |
|---|---|---|---|
| Standardputz, mineralisch | rund 0,90 | 100 % | Literaturwert, nicht am Objekt geprüft |
| PowerSmartCoat | 0,25 | rund 28 % | Herstellerangabe, ausdrücklich nicht geprüft |
Rechenweg: relative Abstrahlung gleich Emissionsgrad geteilt durch 0,90. Die Grafik kodiert die Größe über die Anzahl der Pfeile, zehn gegenüber drei, damit der Unterschied auch bei Farbfehlsichtigkeit und im Schwarzweiß-Ausdruck zählbar bleibt. Vergleich der Emissionsgrade bei gleicher Oberflächentemperatur. Der Gesamteffekt am Bauteil hängt zusätzlich von Konvektion und Wärmeleitung ab.
Belegstatus dieser Seite
Die dargestellten Ergebnisse stammen aus Untersuchungen zur Wirksamkeit der Nanotechnologie-Dämmbeschichtung, deren vollständige Berichte dieser Seite nicht vorliegen. Feldmessungen sind nicht unter Normbedingungen im Prüfstand ermittelt. Angaben ohne Prüfbericht sind Herstellerangaben und ausdrücklich nicht geprüft. Für die Ausführung gelten ausschließlich das aktuelle Technische Merkblatt und das Sicherheitsdatenblatt des Herstellers in der jeweils gültigen Fassung.